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Was nun kleiner Igel?

Was nun kleiner Igel?

Eine Kurzanleitung zur Igelpflege

Igel sind Nachttiere, die erst in der Dämmerung aufwachen um auf Nahrungssuche zu gehen.

Sie sind INSEKTENFRESSER und ernähren sich weder von Obst noch von Gemüse.

Sie fressen Käfer, Raupen, Regenwürmer, Ohrwürmer, Schnecken, Tausendfüßler, Asseln usw.

Als Winterschläfer verbringen sie die nahrungsarme Zeit zusammengerollt schlafend in einem Nest.

Igel gehören zu den besonders geschützten Tierarten. Das Gesetz verbietet, sie zu fangen, in Besitz zu nehmen, sie zu verletzen oder zu töten.

Es ist jedoch zulässig verletzte oder kranke Igel vorübergehend aufzunehmen und sie gesund zu pflegen.

Hilfsbedürftig sind:

Verletzte Igel

Verwaiste Igelsäuglinge

Jungigel unter 500 Gramm Anfang November

Kranke Igel

sind häufig tagsüber unterwegs, bewegen sich oft torkelnd oder liegen apathisch herum, sind mager, mit eingefallenen Seiten und einer Einbuchtung hinter dem Kopf. Sie haben fast immer matte, schlitzförmige Augen und fühlen sich meist kalt an.

Jeder Fundigel wird zunächst gewogen. Ist das Tier nicht hilfsbedürftig, muss man es umgehend am Fundort wieder laufen lassen.

Unterkühlte Igel auf Wärmeflasche oder Heizkissen setzen und zudecken.

Igel auf Verletzungen untersuchen, auch Bauch und Beine betrachten.

Weg mit dem Ungeziefer!

Flöhe entfernt man am besten mit einem milden Flohspray. Sparsam anwenden und keine Flohpuder verwenden. Sollte man kein Flohspray haben, so hilft auch ein Bad in lauwarmem Wasser mit etwas Shampoo.

Danach den Igel an einem warmen Ort in einem Handtuch trocknen lassen.

NICHT DUSCHEN – NICHT FÖNEN!

Zecken werden dicht an der Haut gepackt und mit einer Pinzette ruckartig herausgezogen.

Fliegeneier- und maden  muss man sofort sorgfältig mit der Pinzette absammeln. Sie sehen aus wie weißliche Würmchen bzw. aneinanderklebende Stäbchen, sitzen in Wunden und Körperöffnungen.

Kost und Logis für den stacheligen Gast

Als Gehege nimmt man eine große Kiste, , Boden mit Zeitungspapier auslegen, täglich wechseln. Raumtemperatur ca. 20 Grad

Immer jeden Igel einzeln unterbringen.

Das Schlafhaus sollte 30cm Kantenlänge haben und man füllt es mit zerrissenem Papier, das man nach Bedarf auswechselt.

Futter                          Zusätze                 Getränk

Rührei                                 Futterhaferflocken             Wasser

Hackfleisch gebraten         Weizenkleie

Katzendosenfutter             Igeltrockenfutter

Hühnerfleisch gekocht

Rezeptvorschlag

100-200g Katzenfutter vermischt mit Haferflocken, serviert in einem flachen Napf.

Gefüttert wird einmal am Tag am Abend. Die Futtermenge- etwas einen Joghurtbecher voll- muss so bemessen sein, dass der Igel pro Tag 10-15 Gramm zunimmt.

Wichtig dabei ist eine häufige Gewichtskontrolle.

Ein Termin beim Tierarzt oder in einer Igelstation ist unbedingt notwendig!

Schlaf gut!

Mit einem Gewicht von ca. 650 Gramm bringt man den Igel in sein Winterquartier, z.B. auf die Terrasse, den Balkon, ins Gartenhäuschen, tiefe Temperaturen schaden nicht!.

Das Schlafhaus sollte doppelwandig sein. Es wird mit viel Zeitungspapier oder Stroh gefüllt. Vor dem Eingang steckt man einen Strohhalm um festzustellen, ob der Igel schläft oder wach ist und sei Haus verlassen hat.

Nach dem Winterschlaf baut man dem Igel ein Freigehege.

Ab Mitte April bis spätestens Mitte Mai wird der Pflegling, wenn möglich am Fundort, wieder freigelassen.

Igelbabys sind ausschließlich was für Fachleute und müssen einer Igelstation übergeben werden!

Erste Hilfe bei Babys: Warm halten, evtl. lauwarmen ungesüßten Fencheltee mit einer Plastikspritze einflößen.